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Zwettler Nachrichten, Sommer 1976

"Riesenerfolg des Pawlatschentheaters"

(Gemeindeg'schichten 1906)

Wie bereits angekündigt, trat der Zwettler Theaterverein im Rahmen des Sommerfestes mit einem Pawlatschentheater an die Öffentlichkeit. In der Einfahrt des Rathauses hatte man eine Bühne mit zwei übereinanderliegenden Spielebenen aufgebaut. An 3 Abenden wurde das Stück "Gemeindeg´schichten anno 1906", verfasst von dem einfühlsamen Ottomar Demal, aufgeführt. Als Rahmenhandlung diente eine Gemeinderatssitzung, die auf der oberen Bühne ablief; sie wurde durch eingestreute Szenen mit viel Komik und überraschenden Effekten auf der untersten Spielebene ergänzt. Man muss die Initiative und den Idealismus des intelligenten und talentierten Autors, der auch die Regie in bewährter Weise führte, bewundern. Man weiß, welche Mühe es kostet, solch ein Unternehmen auf die Beine zu stellen. Dafür gebührt ihm und den Mitwirkenden ganz großer Dank. Höchstens Lob verdienen auch die Schauspieler. Sie waren offensichtlich mit Begeisterung dabei. Die wirkungsvollen Kostüme, diverse Effekte, eine von 4 Mädchen gezeigte schwungvolle Tanzeinlage und die Musikbegleitung hatten ebenfalls Anteil am Erfolg der Aufführungen.

Bei allen drei Vorstellungen war das Publikum in viel größerer Zahl als erwartet erschienen. Der Zuschauerraum hätte fast doppelt so groß sein müssen, um allen gute Sicht auf die Bühne zu bieten. es gab viel Applaus bereits während der einzelnen Szenen, das Publikum lachte viel und hatte auch allen Grund dazu: Die kuriosen Typen im Gemeinderat, der Ratgeber des Bürgermeisters in Gestalt eines Hasen, die eingestreuten komischen Szenen auf der Unterbühne und die vielen Anspielungen - auch auf das berichterstattende Ehepaar Leutgeb – auf aktuelle und auch weiter zurückliegende Begebenheiten der Lokalpolitik forderten zur Heiterkeit heraus.

Alles in allem boten sämtliche Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen eine gelungen Darbietung. Es bleibt zu hoffen, dass die neugewonnene Aktivität des Theatervereines damit nicht erschöpft ist, sondern auch in Zukunft ebenso gute Aufführungen ermöglichen wird.

 


Zwettler Nachrichten, Frühjahr 1977

"Zum 2. Mal eine halbe Stunde vor Beginn ausverkauft" (Die Physiker)

Auch am zweiten Samstagabend ist es der Zwettler Theatergruppe gelungen, eine erfolgreiche Aufführung der Tragikomödie "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt vor ausverkauftem Haus auf die Bühne zu bringen. Dies ist umso beachtenswerter, als das Stück auch am Vormittag desselben Tages vor den Oberstufen des Bundesgymnasiums, der HAK und des Mädchenpensionates aufgeführt worden war.

Beide Vorstellungen wurden sowohl vom jungen als auch vom erwachsenen Publikum begeistert aufgenommen. Mit Recht – denn sämtliche Beteiligte hatten wieder ihr Bestes gegeben. Das Wort "Die Bretter, die die Welt bedeuten" hatte sich bei jedem Schauspieler bestätigt, ob er nun einen Haupt- oder nur eine stumme Nebenrolle innehatte.

Die Einleitung, die sich vor geschlossenem Vorhang abgespielte, stammt von Regisseur Ottomar Demal. In verschiedensten Verkleidungen bewegten sich versnobte Irre, dargestellt vom Ehepaar Wilhelmine und Rudolf Stolz, das einen schwungsvollen Tango aufs Parkett legte, Günther Hauer als Napoleon IV, Anni Jacak, Karl Müller, Gerhard Wolf und Marcel Yvon über die Bühne. Damit sollte dem Publikum gezeigt werden, wo es sich während der kommenden zwei Stunden befinden würden: nämlich in einer luxuriösen Nervenheilanstalt.

Nun zu den Darstellern des eigentlichen Stückes: Edeltraud Danzinger meisterte die wohl schwierigste und undankbarste Rolle der Irrenärztin Mathilde von Zahnd großartig. Erich Schmoll als Physiker Sir Isaak Newton in einem Kostüm des 17. Jahrhunderts überzeugte durch seine Natürlichkeit. Als geborenen Schauspieler möchte man Heinz Kitzler in seiner Rolle als geigenspielenden Physiker Albert Einstein bezeichnen. Ungeahnte schauspielerische Fähigkeiten bewies Alfred Hauer als Physiker Johann Wilhelm Möbius, der außerdem das schönste Bühnendeutsch sprach. Kurt Harrauer war für die Rolle des Kriminalinspektors Voß bestens geeignet. Ebenso waren Gerti Müllner und Bernadette Almeder die Rollen der resoluten bzw. der sanften Krankenschwester wie auf den Leib geschrieben. Großen Lacherfolg hatten Elisabeth Wolf und Karl Führer als Ehepaar Lina und Missionar Rose. Auch ihre drei flötenspielenden Buben, dargestellt von den Gymnasiasten Andreas Cermak, Gerhard Lang und Harald Hauer machten ihre Sache ausgezeichnet.

Die drei hünenhaften Pfleger Heinz Meisner, Karl Müller und Hans Nesweda wirkten besonders durch ihr robustes Auftreten in ihren originellen Kostümen und Masken. Josef Hennerbichler als Gerichtsmediziner, Josef Etschmayer und Herbert Reitner als Polizisten waren in ihren kleinen Rollen ebenso überzeugend wie die Darsteller das Vorspiels. Was aber wären die besten Schauspieler ohne "Hintermänner": So waren Heinz Kitzler, Heinz Meisner und Willi Bauer für die Kulissen verantwortlich, Anni Jacak für die Kostüme. Werner Fröhlich sorgte für die Beleuchtung und Vorhang. Marcel Yvon war der musikalische Leiter, der Einstein auf Knopfdruck geigen ließ und gemeinsam mit Gerhard Wolf die Probenarbeit der Band überwachte, der an dieser Stelle großes Lob gebührt: die Gymnasiasten Manfred Hinterndorfer, Robert Wolf, Franz Kerschbaum und der HTL-Schüler Hannes Prinz sorgten mit tadellos einstudierten Nummern für die effektvolle musikalische Umrahmung des Stückes. Als Souffleusen waren Christa Kitzler und Anna Maria Yvon bereit.

Ein Mitglied, das aus Bescheidenheit nicht auf dem Theaterzettel erscheinen wollte, verdient hier, besonders erwähnt zu werden: Ulrike Widner tippte und vervielfältigte die Skripten für die Darsteller, half bei den Kostümen und war für die vielen tausend Kleinigkeiten verantwortlich, von denen ein Außenstehender gar nichts ahnt, ohne die aber der reibungslose Ablauf des Geschehens nicht garantiert wäre. Ihr gilt hiermit der aufrichtige Dank des Ensembles. Im Anschluss an die grandiose Aufführung sprach Bürgermeister Dir. Ewald Biegelbauer, der an der Gründung der Zwettler Theatergruppe beteiligt gewesen war, einige anerkennende Worte. Dem Bezirkshauptmann Dr. Friedrich Gerber und seiner Gattin wurden hierauf die Mitglieder der Theatergruppe vorgestellt.

Wünschen wir Regisseur Ottomar Demal weiterhin Mut und Geduld und seinen Schützlingen Freude und Arbeit und soviel Erfolg wie bisher!

 

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